Geschichte

  • Junger Lehrling ohne Unterarme bei der Arbeit im Jahr 1952 © Archiv Jugend am Werk

Die Organisation Jugend am Werk wurde am 1. Juni 1945 im Rahmen der Magistratsabteilung 11 in Wien gegründet.

Jugend am Werk begann seine Tätigkeit im Juni 1945 unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Beschäftigungs- und Ausbildungsstrukturen für junge Menschen zum Großteil zerstört waren. Ernteeinsätze und Aufräumungsarbeiten waren die ersten Angebote von Jugend am Werk. Kurz darauf gab es erste Angebote für Lehrlinge, die im Krieg ihre Ausbildung abbrechen mussten. Sie konnten diese in Lehrwerkstätten von Jugend am Werk fortsetzen.

Entwicklung der Angebote für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung

Als Ende der 50er-Jahre Jugendliche mit einer Lernschwierigkeit und Behinderung ("geistige Behinderung") nach dem Schulabschluss eine Beschäftigung suchten, richtete Jugend am Werk die ersten Werkstätten für diese Personengruppe ein. Zu dieser Zeit gab es für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung auch kaum Möglichkeiten zum Wohnen außerhalb der Familie.

So schuf Jugend am Werk 1965 die ersten Wohnplätze in einem Wohnheim, später auch die ersten Wohngemeinschaften in Wien. Bereits seit 1970 begleitet Jugend am Werk Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung, die in ihrer eigenen Wohnung leben. Diese Betreuungsform hat sich als richtungsweisend herausgestellt - sie wird seit den 80er-Jahren international als Modell anerkannt.

Es folgten unter anderem Projekte zur beruflichen Integration von Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung sowie spezielle Angebote für ältere Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung.

Ausbau der Angebote in der Berufsausbildung für Jugendliche

Im Bereich der Berufsbildung für Jugendliche hat Jugend am Werk verschiedene Aus- und Weiterbildungsmodelle sowie Maßnahmen zur Berufsorientierung entwickelt. Sie alle haben das Ziel, Jugendlichen, die keine Lehrstelle am freien Arbeitsmarkt gefunden haben, durch berufliche Qualifizierung sowie durch Stärkung ihrer sozialen Kompetenz Chancen zu verschaffen.

In letzter Zeit folgten zusätzliche Angebote für Erwachsene oder Menschen mit Fluchterfahrung, die Bildungsabschlüsse nachholen möchten oder sich beruflich neu orientieren wollen.

Innovation und Weiterentwicklung

Sowohl in der Berufsbildung für Jugendliche als auch in der Begleitung für Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung hat Jugend am Werk im Lauf der Zeit enormes Wissen gesammelt, das die Basis für die Entwicklung und Umsetzung innovativer neuer Projekte bildet.

Auch im Bereich der Selbstvertretung und Mitbestimmung von Menschen mit Lernschwierigkeiten und Behinderung leistet Jugend am Werk Pionierarbeit.

Seit 1. Jänner 2012 betreibt die gemeinnützige Organisation „Jugend am Werk“ (JaW) zwei Tochtergesellschaften: die „Jugend am Werk Berufsausbildung für Jugendliche GmbH“ und die „Jugend am Werk Begleitung von Menschen mit Behinderung GmbH“.

Neben diesen beiden Bereichen unterstützt der Verein Jugend am Werk

  • Menschen mit psychischen Erkrankungen im Rahmen des Begleiteten Wohnens
  • sowie Kinder und Jugendliche zwischen vier und 18 Jahren in eigenen Kinder- und Jugend-Wohngemeinschaften.

Mit Jahresbeginn 2015 wurde die "REiNTEGRA Berufliche Integration psychische krankern Menschen in Wien gemeinnnützige GmbH" eine Tochterunternehmung der "Jugend am Werk Begleitung von Menschen mit Behinderung GmbH". REiNTEGRA bleibt dabei ein eigenständiges Unternehmen und behält den Namen sowie den Markenauftritt bei. Mehr Informationen zu REiNTEGRA unter www.reintegra.at

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